Overclocking

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Als Overclocking (deutsch: Übertakten) wird das Erhöhen und der Betrieb eines Prozessors mit einer höheren Taktfrequenz als vom Hersteller angegeben bezeichnet.

Ein Prozessor-Chip kann prinzipiell mit verschiedenen Taktfrequenzen betrieben werden. Der Hersteller eines Prozessors gibt eine Empfehlung, mit welcher Taktfrequenz der Chip problemlos betrieben werden kann, diese wird anschließend softwaremäßig umgesetzt.

Viele Prozessoren sind daher allerdings niedriger getaktet, als es technisch ohne größere Probleme möglich ist. Beim Übertakten wird dieses Problem durch die manuelle Einstellung der Taktfrequenz (höher oder niedriger) umgangen.

Das Pendant zum Übertakten ist das Untertakten (Underclocking). Hierbei wird die Taktfrequenz des Prozessors unterhalb der Herstellerangabe gesetzt, meist um Energie zu sparen.

Was ist Overclocking?[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Overclocking ist die Möglichkeit einen Prozessor durch Softwareeingriffe zu übertakten, also eine Taktfrequenz einzustellen, die meist über der Herstellerangabe liegt. Wird die Frequenz unterhalb der Herstellerangabe gesetzt, spricht man vom Underclocking.

Der Nutzen des Übertaktens (besonders bei modernen, mobilen SoC's (System-on-a-Chip)) ist umstritten. In vielen Fällen arbeitet das Betriebssystem durch die höhere Taktrate schneller. Ein spürbarer Effekt ist allerdings von verschiedenen weiteren Faktoren, wie Arbeitsspeicher oder die Qualität des internen Speichers, abhängig. Aus diesem Grund ist es auch möglich, dass alleine beim Übertakten keine oder nur eine minmale Leistungssteigerung spürbar wird.

Das Untertakten des Prozessors dient, der weitläufigen Meinung nach, dem Sparen von Akkuleistung. Bedingt kann ein geringerer Takt dazu führen, dass sich der Stromverbrauch verringert, dennoch wird dadurch nur eine minimale Verbeseserung spürbar. Für bessere Erfolge dient das Undervolting (engl. für Untervolten) mit dem Ziel, die Betriebsspannung des Prozssors zu reduzieren.

Methoden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Übertakten eines Prozessors unter Android wird Schreibzugriff auf die Systempartitionen sowie Root-Zugriff benötigt. Mit diesen erweiterten Rechten ist es möglich, unter zuhilfenahme bestimmter Apps, die Taktrate des verbauten Prozessors zu erhöhen oder zu reduzieren. Dabei wird die Taktfrequenz nach dem Starten des Systems (Boot) eingestellt und beibehalten. Nach jedem Start ist es daher notwendig, den Prozessortakt neu einzurichten (einige Apps bieten dafür die Automatisierungsfunktion Set on Boot).

Alternativ ist es möglich, im Kernel einen festen Wert (maximal- und minimal-Wert) festzulegen. Diese Änderung erfordert professionelles Fachwissen und bleibt permament im System erhalten, bis diese manuell geändert wird.

Eine zusätzliche Regleung der Performance und der Akkulaufzeit bieten die verschiedenen Governor.

Overclocking per App[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittels einiger Apps ist es auch für den Anfänger möglich, die Taktfrequenz bei seinem Smartphone zu verändern. Bei den meisten Apps genügt es, einen Schieberegler nach links oder rechts zu schieben, um die Taktfrequenz zu verändern.

Zusätzlich bieten einge Anwendungen die Möglichkeit, Profile anzulegen, die bei einem bestimmten Zustand des Telefons aktiv werden. Solche Profile könnten zum Beispiel wie folgt aussehen:

  • Screen off (Tastensperre eingeschaltet und Displaybeleuchtung aus)
  • Charging (Laden)
  • Battery < X (Wenn die Akkukapazität unter Wert X fällt)

Die verschiedenen Apps unterstützen meist das Erstellen mehrerer Profile, wodurch verschiedene Zustände möglich werden und sich der Prozessor dem Nutzungsverhalten anpasst. Eine intelligente ("dynamische") Erstellung seitens der App auf Grund des Nutzungsverhaltens ist derzeit nicht möglich (Stand: April 2014)

Bekannte Apps, die das Über- und Untertakten anbieten, sind:

Overclocking per Kernel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gegensatz zu dem Overclocking per App ist das Übertakten per Kernel wesentlich aufwändiger und wird hier auch nicht als Anleitung geboten.

Um eine permanente Übertaktung des Prozessors zu erreichen, werden im Quellcode des Kernel verschiedene Werte angepasst. Das Modifizieren eines Kernels erfordert, neben dem Wissen über die grundlegende Funktionsweise von Android, Programmierfertigkeiten und sollte zudem nur von erfahrenen Entwicklern durchgeführt werden.

Vorteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem Gewinn an Performance und Geschwindigkeit, eigenen sich Apps mit Unterstützung verschiedener Profile ideal, um die Akkulaufzeit zu verlängern. So kann die Taktfrequenz bspw. beim inaktiven Display auf ein Minimum reduziert werden.

Nachteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Vorteilen gehen leider auch Nachteile einher. Dazu gehören beim Overclocking die Tatsache, dass die Übertaktung in erster Linie ein Eingriff in die Hard- und Software ist. Das bedeutet, das dabei die Garantie verloren geht. Zudem kann das unsachgemäße Overclocking, sowie das unsachgemäße Underclocking zu irreparablen Schäden am Gerät führen, bspw. wenn zu hohe oder zu niedrige Taktfrequenzen genutzt werden.

Einzelnachweis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]